Wissenswertes zum Kutscherstall

Der Retter: Prof. Mag. Sigurd Meixner unterlief mit geschickter
Verzögerungstaktik alle Abrisspläne des Kutscherstalls.
Der Macher: Bürgermeister Peter Buchner MBA
„erbte“ den Kutscherstall mit Denkmalschutz-Auflage.

Jetzt, wo der Kutscherstall restauriert ist und dem Kern ein modernes Gemeindeamt innewohnt, erinnern wir an den „Retter“ der nahezu 200 Jahre alten Fuhrwerkseinrichtung und an den „Macher“ zur nunmehrigen Nutzung.

Um 1986 wurde auf VP-Initiative ein Platz für einen neuen Turnsaal gesucht, um darauf die heutige Schlossparkhalle zu errichten. Walter Cet von der SP wiederum sorgte mit seinem Antrag für den Erwerb des gesamten Areals (im Besitz von A. Kosta), auf dem der Kutscherstall steht.

Der Kutscherstall vor der Sanierung. Foto: Pilter

In der Folge wogte die politische Meinung zwischen Abriss und Neubau hin und her. Es gab umsetzungsreife Neubaupläne mit Einrichtungen für Freiwillige Feuerwehr, Gemeindeamt, Poststelle, Mutterberatung, Gewerbeansiedlungen u. v. m., die bei einer Feier im Beisein des damaligen Landeshauptmannes Siegfried Ludwig (1981–1992) präsentiert wurden.

Unter Professor Mag. Sigurd Meixner regte sich darob Widerstand und der Abriss konnte wieder und wieder hinausgezögert werden – so lange, bis das Bundesdenkmalamt den Kutscherstall unter Denkmalschutz stellte und damit die Zerstörung verhinderte. Das war 1990. Zuvor waren mehrere Anläufe, das Gebäude zu verwerten, gescheitert, so auch ein Umbau zum Gemeindeamt. So fungierte in Miete das Gebäude von Professor Wolfgang Janko an der Allhang Straße 14–16 bis jetzt als Gemeindeamtsprovisorium.

Danach folgte das lange Warten und der Kutscherstall verkam zur Ruine. Das Dach war undicht und die Räume dienten maximal den gerade Regierenden im Ort als Depot für Wahlwerbeutensilien.

Uneinigkeit dominierte den Gemeinderat. Bis 2013 Peter Buchner das Bürgermeisteramt von Gottfried Jelinek übernahm und 2015 mit ausreichender Gemeinderatsmehrheit begann, dem Kutscherstall neues Leben einzuhauchen, um es zu einem baulich außergewöhnlichen bürgerfreundlichen Gemeindeamt mit Poststelle, Ortsmuseum und Probenraum für die Musikkapelle Steinbach auszubauen.

Ehrlich, ich war damals – aus wirtschaftlichen Überlegungen – auch für einen Abriss. Heute bin ich zufrieden, dass Meixner das verhindern konnte. Bürgermeister zu werden, blieb dem Pädagogen verwehrt, das Baujuwel für Mauerbach zu retten, ist sein Verdienst.

Die damals LH Siegfried Ludwig von Sigurd Meixner präsentierten Pläne waren der heutigen Realität im Grundsatz nahe. Bildnachweis: Sigurd Meixner

Gräfin Bach als damalige Großgrundbesitzerin in und um Mauerbach agierte in ihren Entscheidungen gemeindefreundlich. Bildnachweis: Sigurd Meixner

Dieser einst im Besitz von Ing. Anton Kosta gestandene Bau prägt im neuen Glanz jetzt Mauerbach und ist geeignet, Impulsgeber für weitere Projekte in unserer Gemeinde zu sein. Ja der Kutscherstall ist teuer geworden, auch deshalb, weil wir im Gemeinderat über Jahrzehnte uneinig waren, es anzupacken. Viele redeten, Peter Buchner machte: Unter seiner Federführung brachte er in Koalition mit der SPÖ und meiner Partei „Wir für Mauerbach“ zuwege, woran nur mehr wenige zu glauben wagten.

Jetzt ist der Kutscherstall als Mehrzweckgebäude betriebsbereit.

Feiern wir gemeinsam am 9. Juni 2018 die offizielle Eröffnung unseres neuen Ortsmittelpunktes an der Adresse Hauptstraße 246. Nicht zuletzt ermöglicht durch Sigurd Meixner und Peter Buchner mit ihrem Beharrungs- und Durchsetzungsvermögen.

Leo Dutzler